Kein Bock auf Büro?

Wenn Dienst nach Vorschrift, Akten kopieren und »irgendwas mit Medien machen« so gar nicht Dein Ding sind, bist Du vielleicht der geborene Dachdecker! 5 Fakten über die Dachdecker-Ausbildung:

Dauer: 3 Jahre Wenn Du die mittlere Reife, das Abitur oder schon eine Berufsausbildung gemacht hast, sind es nur 2 Jahre.

Ausbildungsort: Berlin
 14 Wochen bist Du in der Dachdecker-Innung, die restliche Zeit in Deinem Ausbildungs­betrieb. Einen Tag pro Woche besuchst Du die Berufsschule.

Ausbildungsgehalt: Überdurchschnittlich 600/750/1.000 Euro verdienst Du im 1./2./3. Lehrjahr und damit deutlich besser als Azubis in anderen Berufen.

Einstiegsgehalt: Fair und angemessen Abhängig von Deiner Leistung und Erfahrung verdienst Du im ersten Jahr nach der Ausbildung zwischen 2.210 und 3.500 Euro.

Abschluss: Universell
 Nach bestandener Prüfung bist Du Dachdecker-Geselle oder Dachdecker-Gesellin. Und damit kannst Du in vielen Ländern arbeiten. Oder einen Meister anschließen.

Dachdecker Azubi Justin im Portrait in der Dachdecker-Innung Berlin

Wer immer einen Schritt weiterdenkt, kann schnell was erreichen Justin Stemmler (17), Dachdecker-Azubi aus Tempelhof

Hast Du das Zeug zum Dach­decker?

Die gute Nachricht: für die Ausbildung zum Dachdecker wird kein besonderer Schulabschluss von Dir gefordert. Wenn Du die Herausforderung annehmen willst, dann trau Dich jetzt! Ein paar Voraussetzungen solltest Du natürlich mitbringen.

Mike, Ausbilder für Dachdecker, Berlin

Ausbilder Mike Eger (32) im Interview:

Dacharbeit ist Teamarbeit

  • Was ist die größte Herausforderung im Dachdecker-Beruf?
  • Dachdecker sein heißt Handwerker sein. Wir arbeiten mit unseren Händen und das acht Stunden am Tag. Das ist zwar körperlich anstrengend, dafür spart man sich das Geld fürs Fitnessstudio.
  • Was sollten angehende Dachdecker unbedingt mitbringen?
  • Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die mittlere Reife ist aber keine schlechte Voraussetzung für jeden, der sich nach der Ausbildung noch weiterbilden möchte. Schwindelfrei sollte man sein und wenn möglich keine Fünf in Mathe oder Sport im letzten Zeugnis haben.
  • Und wer ist in dem Beruf ganz falsch?
  • Wer nicht im Team arbeiten kann, wird es als Dachdecker ganz schwer haben. Auf dem Dach ist man aufeinander angewiesen: um effizienter an einem Projekt zu arbeiten und auch um aufeinander aufzupassen. Auf seine Kollegen sollte man sich hundertprozentig verlassen können.

Ausgelernt
— und dann?

Nach der bestandenen Prüfung hast Du es geschafft und darfst Dich Geselle oder Gesellin nennen. Danach geht’s für Dich nur noch in eine Richtung: oben.

Fabian, Dachdecker mit Diplom

Interview mit Fabian Detzner (36)
Dachdecker mit Diplom

    Nach der Ausbildung ist noch lange nicht Schluss.
    Fabian Detzner (36), Dachdecker aus Konradshöhe mit eigenem Betrieb, hat nach der Ausbildung Bauingenieurswesen studiert.
  • Warum Ausbildung und Studium?
  • Ich wollte einen Beruf lernen, in dem theoretisches und praktisches Können gefragt ist. Heute bin ich genauso auf dem Dach unterwegs wie meine 12 Mitarbeiter, aber auch zusammen mit Architekten und Bauherren in Beratung, Planung und Kalkulation eingebunden.
  • Warum dann ausgerechnet die Ausbildung zum Dachdecker?
  • Mein Vater ist Bankkauffmann und das wollte ich auch immer machen. Bis ich dann ein Praktikum bei der Bank gemacht habe: langweilig. Aber einer der Kunden meines Vaters war Dachdecker und kam mit einem großen Mercedes vorgefahren. Sein ganzes Auftreten hat mir so imponiert, dass ich wusste: so will ich’s auch mal machen.
  • Hat die Ausbildung im Studium geholfen?
  • Absolut. In allen technischen Fächern war ich meinen Kommilitonen immer ein bisschen voraus. Auch schwierige Fächer wie Statik konnte ich mir schnell drauf packen. Ich wusste schon immer, dass ich mal selbstständig und mein eigener Chef sein will. Die handwerklichen Fertigkeiten sind da genauso wichtig wie die kaufmännischen.